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Wenn Sie vermuten, die HK zu haben, sollten Sie einen HK-Spezialisten (üblicherweise einen Neurologen) für klinische und genetische Diagnostik aufsuchen. Wenn Sie bereits HK-Symptome zeigen, wird Ihr Arzt die Diagnose basierend auf Ihrer Krankengeschichte (Anamnese) und klinischer Untersuchungen erstellen. Die Ergebnisse dieser Diagnose werden anhand genetischer Untersuchungen (Bestätigungstest) überprüft. Wenn Sie keine Symptome von der HK zeigen, aber zur Risikogruppe gehören, weil einer Ihrer Eltern die HK hat, könnten Sie ein pre-symptomatischer Genträger sein. In diesem Fall wird die Diagnose durch eine prädiktive genetische Untersuchung erstellt werden.
Ein
prädiktiver Test ist ein Gentest zur Feststellung, ob eine Person eine
bestimmte genetische Krankheit entwickeln wird oder nicht. Definitionsgemäß
wird der Test in einem pre-symptomatischen Stadium durchgeführt, d.h. bevor
irgendwelche Zeichen oder Symptome der Krankheit auftreten.
In einem pre-symptomatischen Stadium zu beschließen, im Hinblick auf
das HK-Gen untersucht zu werden, ist eine persönliche Entscheidung. Für manche
Menschen ist die Ungewissheit darüber, ob sie das mutierte Gen tragen, sehr
belastend. Aber für andere ist die Gewissheit, dass sie eine tödliche Krankheit
entwickeln werden, noch schlimmer. Mit dem Wissen zu leben, dass
Sie zur Risikogruppe gehören, kann sehr beunruhigend sein. Es könnte Ihnen
lieber sein, mit Sicherheit zu wissen, ob Sie das fehlerhafte Gen tragen oder
nicht. In diesem Stadium kann eine genetische Beratung sehr hilfreich sein. Die
Überweisung an ein Team von Humangenetikern gewährleistet, dass Sie
genaue und aktuelle Informationen über die Krankheit erhalten. Das gibt Ihnen
auch die Gelegenheit, über Möglichkeiten zu sprechen, die Ihnen zur Verfügung
stehen. In der Regel wird Ihnen ein Termin mit einem Berater angeboten, mit dem
Sie Ihre Fragen und Sorgen über die HK besprechen können. Wenn Sie sich dafür
entscheiden, sich der prädiktiven Untersuchung zu unterziehen, wird das
Ärzteteam, das Sie durch den Vorgang leiten wird, Sie mehrmals sehen. Wenn Sie
sich für den Gentest entscheiden, wird Ihnen eine kleine Blutprobe entnommen.
Abhängig von der Betreuung vor Ort wird Ihr Berater Ihnen die Ergebnisse 2−8
Wochen später verkünden. Genetische Untersuchungen sind nur an spezialisierten
genetischen Kliniken möglich. Sie können Ihren Hausarzt fragen, einen Termin
für Sie zu vereinbaren. Die DNA wird aus Blutzellen gewonnen und in einem spezialisierten
Labor untersucht. Das Blut Ihres von der HK betroffenen Elternteils kann evtl.
auch untersucht werden, um die Erstdiagnose zu bestätigen. Der Gentest
ist ein DNA-Test, der die Länge der CAG-Wiederholungen im Huntington-Gen
bestimmt und dadurch die HK-Mutation aufdecken kann. Der Test kann
herausfinden, ob Sie die HK-Mutation tragen, aber er kann Ihnen nicht sagen,
wann die Krankheit ausbrechen wird. Es gibt vier verschiedene Arten von Ergebnissen: Ein
Ergebnis unter 27 CAG-Wiederholungen ist eindeutig normal. Eine Länge zwischen
27-35 Wiederholungen ist normal, aber es gibt ein geringes Risiko, dass die
Anzahl der Wiederholungen in zukünftigen Generationen zunimmt. Zwischen 36-39
Wiederholungen ist das Ergebnis abnormal, aber es besteht die Chance, dass die
Person sehr spät im Leben oder überhaupt nicht betroffen wird. Über 40
Wiederholungen ist das Gen zweifelsfrei krankhaft verändert. Die HK
war eine der ersten Erbkrankheiten, für die ein akkurater Gentest durchgeführt
werden konnte. Die Ergebnisse der DNA-Analyse werden in der Regel anhand von
zwei separaten Blutproben nachgeprüft. Ja, die
Testergebnisse werden vertraulich behandelt und gegenüber Anderen nur mit Ihrem
schriftlichen Einverständnis offenbart.
Sie
müssen bei Ihrer Krankenkasse klären, ob sie die Kosten pre-symptomatischer
Untersuchungen übernimmt. Aber bevor Sie das machen, sollten Sie die Vor- und
Nachteile sorgfältig abwägen. Es kann nämlich passieren, dass eine Versicherungsgesellschaft
den Krankenversicherungsschutz ablehnt oder eine bestehende Versicherungspolice
aufhebt, wenn der Versicherte HK-positiv getestet wird. Trotz der Existenz von
Gesetzen, die genetische Diskriminierung durch Versicherungsgesellschaften in
vielen Ländern verbieten, kommt sie in der Praxis leider doch vor. Deswegen
sollten Sie erwägen, die Kosten der prädiktiven Untersuchung selbst zu tragen. Es
kommt darauf an, in welchem Stadium der Krankheit Sie sind, und ob Ihr
Genstatus das Leben anderer Menschen beeinflussen wird. Zum Beispiel sollten
Sie Ihrem/r Ehegatte/in oder Lebenspartner/in erzählen, dass Sie das HK-Gen
tragen. Sie sollten auch Ihren Arbeitgeber benachrichtigen, sobald die HK
beginnt, Ihre Arbeitsleistung zu beeinträchtigen. Allerdings sollten Sie
berücksichtigen, es zur
Stigmatisierung, zum Verlust sozialer Kontakte sowie zur Diskriminierung am
Arbeitsplatz und bei Versicherungsgesellschaften führen kann, wenn Sie andere über Ihre Erkrankung informieren. Bevor Sie darüber
entscheiden, ob, wann und wem Sie über die HK erzählen, sollten Sie die
Angelegenheit mit einem HK-Rechtsexperten besprechen. Langfristig
bedeutet die HK-Diagnose einen tödlichen Krankheitsverlauf. Die
durchschnittliche Dauer vom Auftreten der Symptome bis zum Tod liegt zwischen
15-20 Jahren. Aber dies variiert stark zwischen einzelnen Personen und kann
sich zwischen 2 und 43 Jahren bewegen.
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